Die lange Reise eines Kleidungsstücks

Die Reise eines Kleidungsstücks geht von einem Designbüro in Stockholm zum handpfückenden Baumwollbauer nach Indien, dann zur Baumwollspinnerei in die Türkei, anschließend nach Taiwan in die Weberei, anschließend nach Bangladesch zum Färben und Ausrüsten, dann wird der fertige Stoff in Bulgarien veredelt, anschießend transportiert man ihn wieder zurück nach China, wo das Kleidungsstück genäht wird, wobei die Futterstoffe, Knöpfe und Reißverschlüsse aus der Schweiz stammen und auch nach China verschickt werden. Anschließend kommt das gute Stück nach Griechenland, wo es fertig ausgerüstet wird. Zurück in Stockholm wird das Kleidungsstück mit dem Firmenlabel ausgestattet und landet in einem Shop oder Online-Store in Europa, wo es entweder direkt an die KonsumentIn verkauft wird oder bei einem Online-Riesen kategorisiert und von einem Paketboten zum Empfänger gebracht wird. Der KonsumentIn gefällt das Kleidungsstück zu 50% nicht und sie schickt es an den Ausgangspunkt zurück. (Retouren). Diese Retouren landen dann zu 30% im Müll und werden verbrannt, die restlichen 70% kommen in den Altkleidercontainer, wovon der Großteil direkt nach Ruanda oder Kamerun verschickt wird (lediglich 2% bleiben in Deutschland). Die Ironie: Die Herstellung eines Kleidungsstücks auf diese Art und Weise ist noch immer billiger, als die Herstellung dieses Kleidungsstück vorort. Das einzelne Kleidungsstück hat bis zum Ladentisch in Berlin bereits mehr als 60.000km zurückgelegt. Danach geht es als Second Hand Ware noch einmal auf die Reise nach Afrika und legt dorthin noch einmal 8000 km zurück. Falls es im Online Handel landet, werden pro Jahr so viele Pakete allein in Deutschland verschickt, dass sie fast bis zum Mond und wieder zurück reichen.