Pressestimmen

Spiegel Wissen 1/2013

… Mit Handwerk und Phantasie schneidert das Veränderungsatelier Bises mir vom Leibe fällt gegen das Vergessen und für die Wiederbelebung erneuerbarer Stücke. Ihre Waffen gegen das kurze Leben nützlicher und schöner Dinge in der Wegwerfgesellschaft, sind Nadel und Faden. Getreu dem Motto: Bekenne dich zu deinem Teufelszeug und trage es, bis es dir vom Leibe fällt. Es ist der Einsatz gegen die Verschwendung von Ressourcen, gegen Massenproduktion unter schlechten Arbeitsbedingungen. Wer das Atelier betritt, scheint sofort angesteckt… Auf einmal bereuen Kunden, die Hose mit dem Loch im Knie letzte Woche in die Tonne geworfen zu haben. Aus vier alten Herrenhosen schneidern Prantner und ihr Team ein schickes Etuikleid. Fast Vergessenes verwandelt sich in ein Schmuckstück …


Harald Welzer / Dana Giesecke / Luise Tremel FUTUR ZWEI Zukunftsalmanach 2015/16

…»Bis es mir vom Leibe fällt« ist allerdings keine normale Änderungsschneiderei. Eine kleine Vorsilbe macht hier den großen Unterschied: hinter diesen Schaufenstern wird eben nicht ge- sondern ver-ändert… Junge Frauen (bewahren) alte und neue Kleider vor dem Vergessen. Sie nennen sich »Wachküsserinnen«, weil sie in Kleiderschränken Schlafendes zum Leben erwecken, indem sie nähen, sticken, filzen, sampeln, upcyceln … Hier dreht sich alles um die Wiederbelebung von Textilien, die sich bereits in der Welt befinden und für die in der Wegwerfgesellschaft eigentlich eine kürzere Lebensdauer vorgesehen war. Nach der Behandlung von »Bis es mir vom Liebe fällt« sind die Kleider nicht nur einzigartig, sondern plötzlich wieder charaktervoll und verführerisch. Dafür wird viel getan: aufgepeppt, repariert, umgeformt, umgenutzt und bis zur letzten Faser alles wiederverwertet …


RUNDSCHAU 3/2016

… Hier stehen soziopolitische Phänomene hinter recycelter Mode. Bei Prantner gingen Projekte am Wiener Burgtheater oder im Pathos Transporttheater in München voraus, die sich mit dem Thema Boat People beschäftigten. Billig produzierte Babyklamotten wurden zu Abendroben gefertigt. Themen wie Nachhaltigkeit, faire Arbeitsbedingungen, Konsum, Wegwerfgesellschaft und Wertschätzung fließen mit ein, wenn die sieben Schneider und Designer aus Alt Neu machen. Aus ihrer Sicht ist das Phänomen des Upcycling einerseits bewusster Verzicht auf Neukonsum, jedoch auch eine Art Luxusverhalten. Die Kunden wollen wieder kreativ tätig werden und sind des Wegwerfens müde. Junge Frauen bringen voll Stolz ihre Großmuttersachen, weil sie sich erinnern wollen. Sie werden auf Geschmack und Kundenmaße zugeschnitten, also personalisiert. Denn weniger zu konsumieren heißt weniger wegzuwerfen und das ist mehr als nur ein Trend.


TAZ 7/2012

… Wenn sie die Konsequenzen der aktuellen Konsumpolitik erklärt- Billiglohnarbeiter in Asien, Baumwoll- Monokulturen in Amerika, die Übermacht der großen Konzerne, fängt Prantner an zu gestikulieren und dann wird’s essentiell: „Das wirkt sich auch auf die Persönlichkeit aus. Wenn wir diesen Kreislauf nicht aushebeln, verlieren wir unsere Individualität“. Mit dem Veränderungsatelier will die Künstlerin zur Entschleunigung der Wirtschaft und Gesellschaft beitragen, es geht ihr aber auch ganz konkret darum, dass ihre Kunden einen langsameren Gang einschalten dürfen. Sie vergleicht das Konzept mit der Idee des slow food


Stuttgarter Nachrichten 6/2013

… Elisabeth Prantner und ihr Team sind überzeugt, selbst die schwierigsten Fälle lösen zu können. Und so lebt auch das mit dem Messer traktierte Hochzeitskleid heute bunt und fröhlich weiter. Die Schnittwunden sind mit rotem Stoff eingefüttert, es wachsen rote Rosen und grüne Blätter aus ihnen heraus- ganz so als hätte jemand das ermordete Brautkleid zu neuem Leben erweckt.


Apothekenrundschau 8/2016

… die Idee, aus etwas Vorhandenem Neues zu schaffen, liegt ihr besonders am Herzen. Regelmäßig bringt sie das in workshops Interessierten bei. „Einfache Veränderungen bekommt jeder hin“, sagt sie. Und wenn Zehnjährige mit selbst gestalteten Shirts in der Schule auftauchen, dann ist das so cool, dass alle so etwas wollen …